Daggadipada Ashramshala - Model project for rural education in India

Daggadipada_Masterplan

The Impact India Foundation became famous for their "Lifeline Express" hospital train, that provides the rural areas of India with a professional medical infrastructure. Now Impact India aims to improve the quality of education in rural areas. A model project on an existing village school in the northeast of Mumbai in the Thane Destrict shall reveal possibilities of improving and redesigning education in rural areas in India.

The Daggadipada Ashramshala is a school for about 500 children that offers so far only poor schoolrooms and accomodation all in one place. The quality of the buildings infrastructure has to be improved as well as an overall functional zoning for new activities has to be found.

With the shown project, Georg Jahnsen and Dominik Raskin make a proposal of how a new Masterplan for a school in India in a rural context can look like. This integrative analysis and overall design proposal is a first step for a sustainable future development of the Daggadipada Ashramshala.

Grafics: Georg Jahnsen and Dominik Raskin


Die indische Kreuzung

Artikel auf www.urbanophil.com

// Gastbeitrag von Georg Jahnsen aus Mumbai //

IndischeKreuzung
Indische Kreuzung (Fotograf: Georg Jahnsen)

In einem der vergessenen Stadtviertel Mumbais, an diesem einen Sonntag, an dieser einen Kreuzung, passierte es mal wieder, dass nichts mehr ging. Autos, Rickshaws, Handkarren, Kühe, Ziegen, herumstehende und herumliegende Gegenstände und jede Menge Menschen waren plötzlich ineinander verkeilt ohne sich dabei zu berühren. Respektvolles ineinander verkeilt sein. Es wurde mit den Händen gefuchtelt und Lärm veranstaltet. Normalerweise hilft dies beim eigenen Vorankommen in Mumbai. Nicht so an diesem Tag und an dieser Kreuzung. Am Schluss versuchte jeder noch die letzten paar freien Zentimeter vor sich zu gewinnen. Doch dadurch wurde die Situation nur noch vertrackter. Die letzten möglichen Lücken, die noch als Auswege hätten benutzt werden können, schlossen sich. Ein letztes allgemeines Hupen und Rufen bäumte sich auf. Und dann wurde es still.

Wo zwei Wege sich kreuzen, begegnen sich Menschen. Kommunikation und Interaktion finden statt. Konsens und Kompromisse müssen gefunden werden. Das Individuum interagiert mit der Gemeinschaft. Eine Kreuzung gehört vielleicht zu den besten Orten, die gesellschaftliche Zusammenhänge preisgeben. Wie gehen die Menschen mit Regeln um? Wie bringen sie ihre eigenen Interessen des persönlichen Vorankommens mit den abstrakten Interessen der Allgemeinheit in Einklang?

Jeder Einzelne begriff in dieser Sekunde, dass sein eigenes Vorankommen außerhalb seiner eigenen Macht lag. Plötzlich war es da, dieses Verantwortungsgefühl für die übergeordnete Instanz des großen Knotens aus Menschen und Blech und Müll und Tieren. Die ersten Blicke lösten sich vom stieren Geradeaus, vom stumpfen aufs eigene Ziel gerichtet sein. Augen erkundeten die Umgebung, die ganze Situation und den Nachbarn, der ebenso eingeklemmt war wie man selber. Und plötzlich geschah das Wunder: Objekte begannen sich rückwärts zu bewegen. Platz entstand. Zuvor mühsam erkämpfter Raum wurde an die Kreuzung zurückgegeben. Der Knoten löste sich langsam auf.

Die Art, wie der Mumbaiker eine Kreuzung durchquert, lässt sich übertragen auf die Art wie das gebaute Mumbai funktioniert. Die Stadt als gebaute Umgangsform: Raum wird radikal angeeignet. Übergeordnete gemeinschaftliche Interessen werden gerne missachtet. Und dies wird von allen gesellschaftlichen Schichten so praktiziert. Während der Multimillionär mit einer neuen Hochhaus-Stahlbeton-Wohnanlage mal eben ein historisches Wohnviertel ruiniert, okkupieren die Massen der Ärmsten jeden Quadratmeter freien Stadtraum mit ihren Spontanarchitekturen. Gegenseitige Beachtung, Verständnis und übergeordnete Regeln, auf denen die gesamte Gemeinschaft fußen könnte, gibt es entweder nicht oder sie werden mit geeigneten Mitteln von einzelnen Akteuren stetig ausgehebelt.

So bleibt auf der Kreuzung wie in der gebauten Stadt die einzige Konstante das tägliche anarchische Chaos mit dem sich die Menschen arrangieren müssen. Und nur dann und wann beschert der Zufall Situationen in denen ein gemeinsames Ziel erreicht wird.

Mumbai . Buena Vista

Mumbai Rooftops

The sky is the limit. The blue is my ceiling. The horizon sets the frame. Mumbai - the metropolis situated on a peninsula in the arabian sea has it all. Here, almost every building with a hight of more than 10 storeys offers its inhabitants an exorbitant view over the city with the sea as a fantastic background.


This term we want to leave the ground and take a closer look at the rooftops from this metropolis. We think that they have a lot more to offer than what we find today. The Mumbai rooftops are looking for your great ideas to redesign them.


Almost all buildings in Mumbai have flat roofs that are usable as roof terraces. Sometimes watchmen use a niche within the terrace as their place to stay during the night. Sometimes people use a corner of the roof terrace to dry the laundry. But normally these roofs are kept blank and clean. The best places of Mumbai are unused and free! Free for your ideas.


Not rarely during the year the air in Mumbai is heavily polluted. Especially close to the main transit axis the air is bad plus the constant noise of horning cars, taxis and Rickshaws and its running motors are threatening the people. Height helps to escape from all this. Living far above the ground is clean and quiet. Mumbais rooftops offer convenient and comfortable places to stay.


Why not adding more green and plants to the roof terraces? They help to cool the whole urban context and offer its inhabitants a cool and comfortable private place in the outside. What happens to all the water during the monsoon season that hits the roof terraces? It should be easy to simply add a system of rainwater collecting in the roof terraces. When we redesign the rooftops in a modern and sustainable way, we can change the climate of the whole city and improve its abilities to sustain heavy monsoon rainfalls and long dry periods.


Almost anything is possible high above the ground. Only make sure that your design is lightweight, adaptable, easy to assemble at the place and sustainable. Will you design a garden café, a pool for the housing society situated in a jungle roof garden, or is it a small living pod for an artist who is using the roof terrace as his atelier garden? Will you connect several roofterraces with each other in a team of with your colleague students? Or maybe you like more the idea of having a yoga garden, a Bollywood dancing school or an internet café with a waterfall…?


This, and so much more is possible and it is all up to you. Have fun, and enjoy the wide panoramic view: Mumbai Buena Vista.


Idea and Concept: Georg Jahnsen and Dominik Raskin

Grafic: Georg Jahnsen

Public Space Design . Term 2009_4

In the heart of the Mumbai suburb Bandra lies one of the few open water tanks of Mumbai. Today this small artificial lake is abandoned and wasted. The surrounding urban context shows a high level of mobility. It is not only a central hub for the Taxis and Motorrickshaws but also has contact to the Bandra railway station.


The task is to transform this abandoned urban space to a site in the city that provides the surrounding with a usable recreation interface. Especially the connection of the urban space with green and parkelements and the water have to be solved. Additional activities that attract people and increase the total amount of users have to be implemented.


Lecturer Term 2009_4: Georg JAHNSEN

Urbane Vergrämvorrichtungen

Artikel auf urbanophil.net

//von Gastautor Georg Jahnsen //


mumbai
Vergrämvorrichtung, Santacruz East / Mumbai, India (Fotograf: Georg Jahnsen)

Vergrämung findet in der Architektur bisher meist klassisch physikalisch statt. Es ist ein Krieg, der entweder mit Spitzen und Scharfkantigkeiten ausgefochten wird oder eher defensiv mit Barrieren und Licht. Ein Beispiel aus Mumbai zeigt, dass es noch andere Methoden gibt.

Um den Angriff der Tierwelt auf die gebaute Umwelt zu parieren, stehen dem Architekten allerlei Hilfsmittel zur Verfügung. So gibt es zum Beispiel kaum ein historisches Gebäude dessen Gesimse, Fensterbänke oder Figurenschmuck nicht mit “Taubenvergrämvorrichtungen” geschützt wird. Messerscharfe Drähte überziehen die Fassaden. Eine Armee aus spitzen Eisendrähten wartet darauf die anfliegenden Taubenhintern zu durchbohren.

Doch auch die Bewohner der Stadt vergrämen sich mit professionellen Methoden gegenseitig: Fassaden werden mit speziellen Anstrichen versehen, die Graffitis, Plakate und Aufkleber nicht haften lassen. Mit grellen Scheinwerfern wird Licht in dunkle “Pissecken” gebracht. Und dann sind da noch die Heerscharen von Pollern, Bügeln und Planken, die ebenso agieren.

Eine weitaus subtilere Vergrämvorrichtung findet gerade in Mumbai häufige Anwendung. Dass Mumbai ein Toilettenproblem hat, ist an dieser Stelle bereits beschrieben worden. Weil es kaum öffentliche WC´s gibt, wird quasi jede Mauer dieser Stadt zur potentiellen Spontantoilette. Des weiteren sind wie überall sonst auch die Wände im städtischen Raum wenig vor den Plakatierern gefeit. Ein klarer Fall für eine Vergrämvorrichtung. Nur wie? Die Fassade unter Strom setzen? Licht? Scharfe Spitzen und Kanten? Kameras?

Nichts von dem. Die mumbaiische Methode setzt auf die tiefe Religiösität der Bevölkerung. Mehr und mehr Mauern dieser Stadt werden in Brusthöhe mit Kacheln ausgestattet, die Heiligenbilder und Götter zeigen. Alle zwei Meter findet sich eine andere Kachel: Ganesh hängt neben Jesus, Maria neben Laxmi und Krishna neben Buddha. Es kann der Blasendruck noch so hoch sein; unter den Blicken der Verehrten entleert man sich nicht! Ebenso ist ein Überkleben der verehrten Gottheit undenkbar. Und so wundert es nicht, dass dieses Konzept sehr erfolgreich ist. Zahlreiche unbeschmutzte Wände dieser Stadt beweisen dies (siehe Foto). Die ästhetische Beeinträchtigung der Bauteile ist minimal, wenn nicht sogar als figurativer Schmuck anzusehen. Das Verbot wird überaus würdevoll ausgesprochen: die drohenden Konsequenzen bei Nichtbeachtung variieren je nach eigenem Glauben.

Und auch auf deutsche Innenstädte läßt sich diese Idee übertragen: statt einem lauen “Plakatieren verboten!” könnten z.B. sämtliche Stromkästen mit einer Prägung des Portraits von Rudi Völler oder Friedrich Schiller versehen werden … nur mal so als Vorschlag aus Mumbai in den urbanen Raum Deutschlands geworfen.

Urbaner Monsun


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folgender Artikel ist auf www.urbanophil.net erschienen:

Urbaner Monsun

/Gastbeitrag von Georg Jahnsen

Die ersten schweren Regenfälle der diesjährigen Monsunsaison werden in Mumbai in Kürze beginnen. Jeweils um den 24. der Monate Juni und Juli werden diese Monsunregenfälle von extremen Gezeitenhochwassern überlagert. Die Stadt erwartet ein Jahrhunderthochwasser, welches möglicherweise schlimmer ausfallen wird als jenes vom Juli 2005, welches die Stadt bis zu zwei Meter überflutete.

Angesichts dieser bevorstehenden Ereignisse versucht sich die Stadt, so weit Mittel und Möglichkeiten vorhanden sind, zu rüsten. Private Geschäfte, Restaurants und Hotels lassen provisorische Dächer aus Bambus und blauen Plastikplanen vor ihren Gebäuden errichten und versuchen mit Sonderaktionen und Rabatten (”Monsoonshopping”) den zu erwartenden Umsatzrückgängen von bis zu 30% zu begegnen. Die abenteuerlichen Dachkonstruktionen sehen dabei denen der städtischen Slums nicht unähnlich.

Monsoon Roof

Die städtische Verwaltung lässt unterdessen verstärkt die Straßen reinigen, um die Kanalisation frei von Müll und Treibgut zu halten. Kritische Verkehrsknotenpunkte, die überflutungsgefährdet sind, werden mit behelfsmäßigen Fahrbahnerhöhungen ausgestattet: eine Stahlkonstruktion mit soliden Holzplanken von bis zu einem Meter Höhe. Neben der „Sintflut“ von oben liegt ein Grund der Überflutung auch im mangelhaften städtischen Entwässerungssystem: das weitgehende Fehlen eines Rückhaltesystems für das Meereswasser, vor allem in den neueren Stadtquartieren – führt zu Überschwemmungen „von unten“. So ist es möglich, dass bei Flut der Ozean ungehindert in die städtischen Abwasser- und Regenwasserkanäle drückt.
Für den größten Teil der Bevölkerung Mumbais bedeuten die bevorstehenden Überflutungen der Stadt eine direkte Bedrohung der eigenen Behausung. Rund 70% der Mumbaiker wohnen in Slums oder slumähnlichen Unterkünften. Diese sind oft in den tiefer gelegenen Stadtgebieten und nahe den innerstädtischen offenen Kanälen und Flussufern zu finden. Selten sind die Gebäude höher als zwei Stockwerke. In der Regel wird direkt auf dem Boden der Stadt gewohnt. Für viele bedeutet es schon einen enormen finanziellen Kraftakt ein einfaches, halbwegs regendichtes Dach zu bauen. Selten reicht es für eine halbhohe Mauer gegen das eindringende Wasser von der Straße.

Die hohe Luftfeuchtigkeit und die hohen Temperaturen sind in der dichten Stadt ein idealer Nährboden für zahlreiche Infektionskrankheiten, die in der Monsunzeit die Bevölkerung bedrohen.
Also alles schlecht am Monsun in der Millionenmetropole? Fragt man die Menschen in der Stadt, ob sie sich vor den Monsunregenfällen fürchten, bekommt man ein Lachen zu hören: fast alle freuen sich auf das Naturschauspiel. Der Monsun wird als Reinigung und willkommene Abkühlung empfunden und geschätzt. Und alle haben Tipps und Tricks aber auch urbane Mythen zu dieser Zeit zu erzählen. Hier die Top 5 Überlebenstricks bei urbanem Monsunhochwasser:


1.) Gehwege meiden. Stattdessen auf der Strasse gehen. Die Kanäle unter den Gehwegen mit den großen Öffnungen entwickeln bei Hochwasser einen enormen Sog und verschlingen unachtsame Passanten.
2.) Den ersten Regenfällen im Jahr möglich ganz aus dem Weg gehen, da in diesen Regenschauern am meisten Luftschadstoffe enthalten sind.
3.) Todesfalle Luxuskarosse: einige moderne vollautomatische Autos mit Zentralverriegelung und elektrischen Fensterhebern werden bei Hochwasser zur Todesfalle, weil sie sich nicht mehr öffnen lassen, wenn das Wasser eine gewisse Höhe überschritten hat. Ein Hammer im Handschuhfach kann da lebensrettend sein.
4.) Wirklich nur das Nötigste bei sich haben. Dokumente oder technische Geräte zu Hause lassen. Wer in dieser Zeit einen Laptop mit sich herum trägt, hat selber Schuld. Fürs Mobiltelefon gibt es wasserdichte “Ziplog” Plastiktaschen.
5.) Suburbs und Slums meiden. Die zahlreichen neu entstandenen Vororte sind in den letzten Jahren in rasanter Geschwindigkeit gebaut worden. Beim Ausbau der Kanalisation und Entwässerung wurden dabei nicht selten Fehler und Unvollständigkeiten begangen. In größeren Slumgebieten fehlt die Kanalisation meist völlig.

Fotos: von Georg Jahnsen

Final Pinup Presentation

Final Pinup Presentation ID

In the Final Jury Presentation students from the Interior Design Department present their work from term 2009_2. The jury members are: Nuru Karim, Dominik Raskin and Georg Jahnsen. The event is open to the public.